Kurzfassung der Evaluationsergebnisse des Unterrichtskonzeptes „Gesund im Mund“

Nachdem das Unterrichtskonzept für die Grundschule „Gesund im Mund“ mehrere Jahre in der Praxis durchgeführt wird, wurde es jetzt im Auftrag des Arbeitskreises Zahngesundheit Westfalen-Lippe durch Professor Dr. Wiederhold von der Technischen Universität Dortmund unter Mitarbeit von Statistikern evaluiert. Dazu wurden nach mehreren Voruntersuchungen für alle beteiligten Personengruppen, die Grundschüler, die Zahnärzte und Prophylaxefachkräfte, Grundschullehrer und Schulleiter umfangreiche Fragebögen versandt.

Aus allen Befragungsgruppen sind genügend ausgefüllte Fragebögen eingegangen und statistisch ausgewertet worden. Diese wurden jeweils in grafische Darstellungen und Beschreibungen umgesetzt.

Grundschüler der Klassen 1, 2, 3 und 4, Zahnärzte und Prophylaxefachkräfte, Grundschullehrer und Schulleiter haben eine positive Beurteilung des Konzeptes zurückgemeldet. Die in den Grafiken (s.o.) sichtbar werdenden Prozent- und Durchschnittswerte belegen dies bei den Einstellungs- und Eingruppierungsfragen.

Bei den Einstellungsfragen wurde eine fünfstufige Likert-Skala verwendet. Die beiden negativen Kategorien „trifft kaum zu“ und „trifft gar nicht zu“ wurden so selten von allen Betroffenen gewählt, dass sie keine statistische Relevanz haben.

Auch die mittlere Kategorie „trifft teils teils zu“ ist relativ selten zu verzeichnen, während die Kategorie „trifft zu“ und besonders die Kategorie „trifft in besonderem Maße zu“ sehr häufig hohe Prozentwerte erreichen. Bei den Schülern sind ebensolche positiven Tendenzen bei der Wahl der Icons auszumachen.

Auch bei den Eingruppierungsfragen, sofern sie mit Wertungen verbunden waren, sind hohe Zustimmungswerte zu verzeichnen. In den schriftlichen Anmerkungen und Hinweisen sind überwiegend zustimmende Kommentare zu finden.

Aus allen vier Schuljahren wurden eine genügend große Zahl von Schülern (n = 1283) befragt, unterschiedliche Standorte der Schulen berücksichtigt und Klassen mit differierenden Prozentsätzen von Kindern mit Migrationshintergrund einbezogen. Der Unterricht nach dem Konzept „Gesund im Mund“ wird von den Schülern aller Schuljahre sehr positiv bewertet, wobei die geringen prozentualen Unterschiede nicht signifikant sind.

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Mädchen bewerten den Unterricht signifikant besser als Jungen und es gibt keine statistisch signifikante Unterschiede zwischen Kindern ohne und Kindern mit Migrationshintergrund sowie Kindern aus unterschiedlichen Einzugsbereichen.

Die Schüler der 3. und 4. Schuljahre konnten am Ende der Befragung schriftliche Kommentare abgeben. Diese waren fast ausschließlich zustimmend und belegen noch einmal die sehr zustimmenden Ergebnisse wie sie in der Beantwortung der Fragebögen sichtbar wurden.

An den Befragungen waren sowohl Zahnärzte als auch Prophylaxefachkräfte aus den örtlichen Arbeitskreisen, Zahnarztpraxen und aus dem öffentlichen Gesundheitsdienst beteiligt (n = 68). Es gibt keine statistisch signifikanten Unterschiede in der Einschätzung des Konzeptes zwischen diesen Personengruppen.

Die Gliederung und Eignung der Unterrichtseinheit, die Aufgabenstellungen und die Behandlung des Themas „Zähneputzen“ in allen vier Schuljahren wurden positiv eingeschätzt. Weiterhin wurde den Unterrichtseinheiten attestiert, dass sie in einer angstfreien, positiven Atmosphäre stattfinden, dass die Struktur klar und verständlich ist und die Schüler engagiert mitarbeiten. Auch die zum Einsatz kommenden Arbeitsmittel und Medien wurden als kindgerecht, motivierend, anschaulich und anwendungsorientiert beschrieben. Die Bewertungen liegen dabei sehr häufig mit über 90% in den ersten beiden Kategorien („trifft in besonderem Maße zu“, „trifft zu“). Zahnärzte und Prophylaxefachkräfte sind zu 95% der Auffassung, dass das Konzept von den Schulen angenommen wird und ebenso viele schätzen auch die Zusammenarbeit mit den Grundschullehrern positiv ein. Bezüglich der verwendeten Medien wird ihre Kindgemäßheit, Anschaulichkeit, Motivationskraft und Handlungsorientierung in den beiden ersten Kategorien zwischen 93% und 100% festgestellt. Das sind bemerkenswert hohe Prozentzahlen, durch die den Medien positive Eigenschaften zugeschrieben werden.

Die Grundschullehrer (n = 85) bewerten das Konzept ähnlich positiv wie die Zahnärzte und Prophylaxefachkräfte. Zudem finden 98% die Zusammenarbeit mit den Zahnärzten und Prophylaxefachkräften als positiv und 96% der Lehrer sind vom Konzept und dem Unterricht so angetan, dass sie im nächsten Jahr eine Wiederholung des Besuches wünschen. Zwar nicht statistisch signifikant, aber doch tendenziell sind die Wertungen der Grundschullehrer noch positiver als die der Zahnärzte und Prophylaxefachkräfte.

Die Schulleiter begrüßen die Durchführung des Konzeptes „Gesund im Mund“ an ihren Schulen zu 100% (Kategorie 1 „trifft in besonderem Maße zu“ 95% und Kategorie 2 „trifft zu“ 5%) und 98 % hätten es auch gerne, dass alle Klassen ihrer Schule Unterricht nach diesem Konzept erhalten würden.

Alle Schulleiter haben von ihren Lehrern Rückmeldungen über die durchgeführten Unterrichtseinheiten erhalten und diese Rückmeldungen sind zu 100% positiv (Kategorie 1 „trifft in besonderem Maße zu“ 75% und Kategorie 2 „trifft zu“ 25%). Schwierigkeiten bei der Organisation und Durchführung hat es nach Auffassung der Schulleiter nicht gegeben. Die gesamte Befragung und auch die Kommentare belegen die sehr hohe Wertschätzung des durchgeführten Unterrichts und das große Interesse der Schulleiterinnen und Schulleiter an der weiteren, möglichst alle Klassen umfassenden Durchführung des Konzepts an ihren Schulen.

Zusammenfassend lässt sich sagen:
Die Schüler nehmen motiviert am Unterricht teil, nutzen das Angebot mit Freude und nach eigenen Aussagen auch mit Lernerfolg. Die Grundschullehrer begrüßen es, dass dieses Konzept in ihren Klassen durchgeführt wird, äußern sich anerkennend über die pädagogische und didaktische Kompetenz ihrer außerschulischen Gäste und wünschen eine weitere Betreuung im kommenden Schuljahr. Schließlich äußern sich auch die Schulleiter ausnahmslos positiv darüber, dass an ihren Schulen das Konzept durchgeführt wird und einige beabsichtigen, den jährlichen Besuch der Zahnärzte und Prophylaxefachkräfte zur Vermittlung des Konzeptes „Gesund im Mund“ in ihr Schulprogramm aufzunehmen.

Sofern Sie an weiteren Ergebnissen interessiert sind, können Sie diese über den örtlichen Arbeitskreis Zahngesundheit erfahren.

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